Schirmherrin Gitta Connemann

Schirmherrin des Gründerpreises Nordwest ist Gitta Connemann. Sie wurde 1964 in Leer geboren und machte hier das Abitur.

Sie kennt die Selbstständigkeit aus eigener Erfahrung. 2001 gründete sie eine Anwaltskanzlei.

Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und engagiert sich dort unter anderem als Mitglied des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für klein- und mittelständische Unternehmen.

Gitta Connemann unterstützt den Gründerpreis Nordwest von Beginn an auf allen Ebenen und ist engagiertes Mitglied in der Jury.

Ihr Leitspruch „Was immer du tun kannst oder wovon du träumst, fange es an“  von Johann Wolfgang von Goethe passt ganz hervorragend zum tragenden Gedanken des Gründerpreises.

Interview zum Gründerpreis 2018

Sie fördern den Gründerpreis Nordwest. Was ist Ihre Motivation?

Gründer sind ein Motor der Wirtschaft. Denn sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze. Gründer sind mutige Pioniere. Sie bringen mit neuen Ideen und Konzepten frischen Wind in die Wirtschaft. Davon profitieren am Ende alle.

Wie kann es gelingen, die Zahl der Gründer in den nächsten Jahren zu erhöhen?

Derzeit geht die Zahl der Gründer zurück. Denn unserer Wirtschaft geht es blendend. Die Beschäftigungslage ist so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Entscheidung für den Sprung in das Risiko Selbstständigkeit fällt deshalb schwerer. Dafür sind aber die Neugründungen oft erfolgreicher. Wir sollten nicht nur auf die Zahl, sondern auf die Qualität achten. Gründer brauchen vor allem know-how. Dieses Wissen bieten die IHKs, die Wirtschaftsförderung in den Kommunen und nicht zuletzt der Bund über das Portal www.existenzgruender.de. Über das Gründercoaching Deutschland werden professionelle Einzelberatungen gefördert. Und es gibt Finanzierungshilfen wie Gründerkredit, Gründungskapital, Bürgschaften und vieles mehr. Es lohnt sich also, das Unternehmergen in sich zu entdecken.

Der Gründerpreis wird 2018 zum 5. Mal verliehen, welche Erlebnisse haben Sie bisher besonders beeindruckt?

Der Ideenreichtum, der Mut aller Teilnehmer. Und die Unterschiedlichkeit der Gründer und ihrer Ideen. Ob jung oder alt, weiblich oder männlich, technisch oder sozial, handwerklich oder kaufmännisch. Es war alles dabei. Damit war eine der Botschaften des Gründerpreises: „Auch Du kannst gründen.“

Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Rahmen einer Existenzgründung?

Ohne kreative Idee geht es nicht. Für die Realisierung bedarf es Fleiß, Standvermögen und Nachhaltigkeit. Nur wer alles gibt, kann am Ende erfolgreich sein.

Etliche Gründungen scheitern. Was sind häufige Fehler von Jungunternehmern?

Jeder Gründer geht ein Risiko ein. Gerade der Anfang ist schwer. Die meisten Unternehmen machen in der ersten Zeit keinen Gewinn. Deshalb ist es wichtig, ein Polster zu haben. Die Finanzierung darf nicht zu eng sein. Ohne Liquidität gibt es oft ein böses Erwachen. Und leider müssen manche Gründer auch erkennen, dass ihre Idee nicht so neu oder gefragt ist. Dagegen hilft eine ehrliche Marktanalyse.

Worauf sollten Existenzgründer besonders achten?

Sie sollten vor der Gründung genau prüfen, ob die eigene Idee sich am Markt behaupten kann. Ist das Konzept wirklich neu? Gibt es genug potentielle Kunden? Dazu ist eine solide Finanzierung absolut unverzichtbar. Wer schon in den ersten Monaten von Geldsorgen geplagt ist, gibt zu schnell auf.

Wenn Sie einem Gründer nur einen einzigen Rat geben dürften, welcher wäre das?

Glauben Sie an sich und Ihre Idee. Nur wer von sich überzeugt ist, kann auch andere überzeugen.

Welche Gründung der letzten 20 Jahre hat nach Ihrer Meinung das Leben der Bundesbürger am meisten verändert?

Es fällt mir wirklich schwer, eine einzige Gründung zu nennen. Die letzten beiden Jahrzehnte haben tiefgreifende Umbrüche mit sich gebracht. Das bietet auch Chancen für Gründer. Portale wie Ebay und DaWanda ermöglichen es Produkte sofort einem weltweiten Publikum zu präsentieren. Das ist neu! Mussten Gründer früher oft aufwendig und lokal begrenzt Vertriebswege suchen, so steht ihnen jetzt der globale Markt offen. Das gilt nicht nur für Produzenten. Auch Dienstleistungen lassen sich über das Internet global vermarkten.

Wie wird die Digitalisierung das Leben der Menschen in den nächsten Jahren verändern?

Die Digitalisierung verändert die gesamte Arbeitswelt. Produkte, Dienstleistungen und auch Arbeitskraft – alles ist sofort und global verfügbar. Das bietet große Chancen und Möglichkeiten, aber auch große und schärfere Konkurrenz.

Jeder Gründer braucht neue Kunden. Haben Sie besondere Tipps zur Neukundengewinnung?

Klinkenputzen, Klinkenputzen, Klinkenputzen. Potentielle Kunden wollen umworben werden. Ob ich mich mit meinem neuen Produkt auf dem Wochenmarkt präsentiere oder potentielle Kunden für eine Dienstleistung persönlich besuche – selbstbewusst, kompetent und freundlich, so überzeugt man Menschen.

Webseite: Gitta Connemann