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Die Bewerbungsphase für den Gründerpreis Nordwest 2021 hat begonnen.

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Schirmherrin Gitta Connemann

Schirmherrin des Gründerpreises Nordwest ist Gitta Connemann. Sie wurde 1964 in Leer geboren und machte hier das Abitur.

Sie kennt die Selbstständigkeit aus eigener Erfahrung. 2001 gründete sie eine Anwaltskanzlei.

Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und engagiert sich dort unter anderem als Mitglied des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für klein- und mittelständische Unternehmen.

Gitta Connemann unterstützt den Gründerpreis Nordwest von Beginn an auf allen Ebenen und ist engagiertes Mitglied in der Jury.

Ihr Leitspruch „Was immer du tun kannst oder wovon du träumst, fange es an“  von Johann Wolfgang von Goethe passt ganz hervorragend zum tragenden Gedanken des Gründerpreises.

Interview zum Gründerpreis 2021

Sie unterstützen den Gründerpreis Nordwest. Was ist Ihre Motivation? 

Ohne Gründer kein Fortschritt, kein Wachstum. Gründungen sind der Grundpfeiler für eine dynamische Wirtschaft. Durch Neugründungen werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen. Es werden Ideen und neue Projekte kreiert. Manchmal werden sogar bis dahin unbekannte Märkte geschaffen. Das hat auch die Pandemie gezeigt. Wir brauchen diese mutigen Pioniere mit frischem Wind. Denn gute Gründer von heute sind der starke Mittelstand von morgen. Davon profitieren wir alle – gerade in Zeiten wie diesen.

Der Gründerpreis wird 2021 zum 8. Mal verliehen, welche Erlebnisse haben Sie bisher besonders beeindruckt?

Jede Gründung hat ihre eigene Geschichte. Die Vielfalt ist beeindruckend und spannend. Das gibt mir Mut für die Zukunft. Die Gründerinnen und Gründer verbindet Mut und Enthusiasmus, mit dem sie an ihre ganz persönlichen Herzensprojekte herangehen – ob jung oder alt, männlich oder weiblich, ob mit technischem, sozialem, handwerklichen oder kaufmännischen Hintergrund. Von allem war etwas dabei. Die Botschaft ist für mich klar: „Auch Du kannst gründen.“ 

Raten Sie motivierten Gründern, sich trotz der Pandemiefolgen selbstständig zu machen?

Ja. Denn auch Krisen bieten Chancen. Aber es sollte wohl überlegt sein. Es kommt auf eine gute Idee, ein neues Konzept, den Willen zur Selbstständigkeit und Mut an. Wer das alles hat, sollte gründen. Denn nichts wiegt schwerer als eine verpasste Chance.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Eigenschaft, die ein Gründer heute braucht?

Wer an sich und seine Idee glaubt, kann fast alles schaffen. Das beweisen die Gründerinnen und Gründer jedes Jahr aufs Neue. Aber: Ohne Idee geht es nicht. Sie ist der erste und wichtigste Erfolgsfaktor. Doch auch Überzeugungskraft ist notwendig. Ist die Idee noch so gut: wenn man sich selbst und andere nicht überzeugen kann, ist diese wertlos.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach für den Gründer, dass Familie und Freunde das Vorhaben unterstützt? 
Unverzichtbar. Die Familie muss mitspielen. Gerade am Anfang muss sie bereit sein, Abstriche hinzunehmen. In der heißen Phase gilt alle Kraft dem neuen Betrieb. Da ist es wichtig, dass die Familie der Gründerin oder dem Gründer Halt und Unterstützung bieten. Das muss nicht im Betrieb, sondern kann auch zuhause sein oder in der Freizeit.

Es gibt immer weniger Gründungen in Deutschland. Was müssen wir tun, um diesen Trend zu stoppen?

Initiativen wie der Gründerpreis NordWest sind der Anfang. Erfolgsgeschichten werden sichtbar und motivieren andere, sich auch zu trauen. Der Bund hilft dabei mit Förderprogrammen. Wie z.B. mit einer eine Beratungsförderung, die Gründerinnen und Gründern bei dem Schritt in die Selbstständigkeit hilft. Das ERP-Kapital für Gründung bietet Kredite bis zu 500.000 Euro ohne Tilgungsraten in den ersten 7 Jahren. Darüber hinaus gibt es Programme wie ERP-Gründerkredit – StartGeld, ERP-Gründerkredit – Universell, Mein Mikrokredit, Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ für strukturschwache Regionen und noch viele mehr – passgenau für die unterschiedlichen Gründertypen.

Etliche Gründer klagen über die Bürokratie. Wie wichtig ist der Abbau dieser Hürden?

Immens wichtig. Hier sind wir alle gefragt. Schließlich sollen Gründerinnen und Gründer nicht schon gleich am Anfang die Flinte ins Korn werfen. Nicht wenige werden davon abgeschreckt und tolle Ideen werden nicht umgesetzt.

Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Rahmen einer Existenzgründung?

Eine gute Idee, der Glaube an sich selbst, die Bereitschaft, die Ärmel aufzukrempeln, Fleiß, Enthusiasmus und das berühmte Quäntchen Glück. 

Etliche Gründungen scheitern. Was sind häufige Fehler von Jungunternehmern?

Jeder Gründer geht ein gewisses Risiko ein. Vor allem in der Anfangszeit wirft ein neues Unternehmen nur wenig Gewinn ab. Manchmal wird das bei der Finanzierung nicht berücksichtigt. Ein Polster für die ersten Monate ist deshalb wichtig. Fehlt dieses, ist das der Scheiterungsgrund Nummer eins: mangelnde Liquidität gepaart mit unzureichender Planung. Wer nicht genügend vorausplant, lernt oft schmerzhaft schon nach wenigen Wochen, dass es ohne Startkapital nicht geht. Und der Scheiterungsgrund Nummer zwei: manche Idee ist nicht so neu oder so gefragt, wie man es sich erträumt hat.

Haben Gründer, die sich nicht digital aufstellen, zukünftig noch eine Chance?

Das glaube ich nicht. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Deutschland Nachholbedarf im digitalen Denken und dem Ausbau der Digitalen Infrastruktur hat. Doch die Pandemie war ein Brandbeschleuniger. Wir sehen, was in kürzester Zeit möglich ist. Videokonferenzen, Onlineshops, virtuelle Produktpräsentationen… Daran ist anzuknüpfen und zeigt: wer sich der digitalen Welt versperrt, wird es am Markt sehr schwer haben.

Welche Gründungen halten Sie in den nächsten Jahren für besonders erfolgsversprechend?

Leider habe ich keine Glaskugel. Deshalb lasse ich das mit den Vorhersagen.

Wenn Sie einem Gründer nur einen einzigen Rat geben dürften, welcher wäre das?

Haben Sie Mut und glauben Sie an sich und Ihre Idee. Nur wer an sich glaubt, kann andere überzeugen.

 

 

Webseite: Gitta Connemann